Von der Einheit allen Seins... -
Die systemische Aufstellungsarbeit im Dienst globaler
Versöhnung und Friedensentwicklung
Die Lebenskraft ist nicht im Menschen eingeschlossen,
sondern umstrahlt ihn wie eine leuchtende Kraft und kann in die Ferne
wirken.
In diesen halbstofflichen Strahlen kann die Vorstellungskraft eines
Menschen gesunde oder krankmachende Wirkungen hervorrufen.
Paracelsus, 1493-1541
Alles Leben dieser Welt ist von lebendiger
Energie durchdrungen und getragen. Von der subatomaren bis zur
kosmischen Ebene, von den Zellen bis zu den Gedanken - alle dynamischen
Systeme haben eine Art Gedächtnis, das heisst, sie
können Informationen speichern, sie mit der Zeit anreichern
und sich dadurch weiterentwickeln.
Gary E.R. Schwartz
Unsere Beschäftigung mit
Konfliktlösungen & Lebenstraining übersteigt
das Interesse an allein individuellen Wirkungen und befreienden
Erfahrungen von Einzelpersonen.
Es ist uns ein Anliegen, durch unsere Arbeit einen
Beitrag zu persönlicher, zwischenmenschlicher und
darüber hinaus, zu globaler Versöhnung, Frieden und
Lebensqualität beizutragen. Wir sind davon überzeugt,
dass sich alles Denken, Reden und Tun nicht nur auf
persönlicher Ebene, in den Systemen der eigenen Herkunfts- und
Gegenwartsfamilie und in den beruflichen Bezügen auswirkt,
sondern Wirkung hat auf die Welt und die globalen
Zusammenhänge. Diese Tatsache wird in der systemischen Arbeit
immer deutlicher erkannt. Das Bewusstsein für die Vernetzung
und gegenseitige Bedingtheit und Abhängigkeit wird einerseits
von der modernen Physik und andererseits in der spirituellen,
mystischen Erfahrungen von Menschen aller Religionen bestätigt.
Psychotherapie ist Soziotherapie
Die Themen der "Einheit des Seins", der "Gegenseitigen Durchdringung"
und der "Entstehung in gegenseitiger Abhängigkeit", wie es in
den Worten des Buddhismus heisst, beschäftigen uns. Aus der
Erkenntnis der globalen Wirkung von individuellen Prozessen und
Haltungen sind wir der Überzeugung, dass jede Psychotherapie
auch Soziotherapie ist. Persönliche Bewusstseinsentwicklung
und Versöhnungsarbeit wirken sich global aus. Keine/r ist eine
Insel. Eher sind wir Schaumkronen auf dem Meer...
"Spirituelle Feldbildung"
Menschliche Systeme haben neben ihrer Möglichkeit zur
Entfaltung grausamster Destruktivität ebenso die
Möglichkeit zu heilsamen Lösungen, die allen und
allem dienen. Man mag von den spirituellen Ansätzen der
Konflikt- und Friedensarbeit sprechen und von der Möglichkeit
"spiritueller Feldbildung". Die Möglichkeit der Bildung von
globalen, energetischen Feldern, durch die Bewusstseinsarbeit von
Einzelnen und Gruppen, wird in naturwissenschaftlichen
Forschungsprojekten zunehmend entdeckt und zum Thema. Physiker wie
Ervin Laszlo und Rupert Sheldrake bieten wichtige Einsichten in diesem
Prozess einer spirituellen Feldbildung und der Möglichkeit der
Schaffung "morphogenetischer Felder" (Sheldrake).
Erwähnt seien an dieser Stelle die
Forschungsarbeiten und Erkenntnisse von Jakob Bösch, dem
Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste, Baselland. Sein
inspirierendes Buch, Spirituelles Heilen und Schulmedizin.
Eine Wissenschaft am Neuanfang, 2003 sucht die Verbindung von
Spirituellem Heilen und Schulmedizin.
Auf dem Gebiet der phänomenologischen
Systemarbeit ist es vor allem Bert Hellinger, der mit seiner Methode
und Haltung zu ganz neuen Einsichten und neuem Bewusstsein beigetragen
hat. Er prägte die Begriffe der "wissenden Felder" und der
"Ordnungen der Liebe". Die systemische Aufstellungsarbeit entwickelt
sich stetig. Wir beteiligen uns mit Interesse und Staunen an diesem
Forschungs- und Entwicklungsprozess, der immer neue Erkenntnisse zu
Tage bringt.
Achten, was dazu hört
"Die Ewigkeit kann durch die Zeit beeinflusst werden" (Bohm). Sich in
das seelische Geschehen der Einheit des Seins zu stellen macht es uns
Menschen möglich, zur Heilung der Vergangenheit und der
Gegenwart beizutragen und die Zukunft friedvoll zu kreieren. Diese
gemeinsame Kreation eines "Feldes" von Frieden und Versöhnung
ist ein Prozess des Fühlens und Denkens, des Redens und
Handelns, der von uns fordert, alles zu achten, was dazu
gehört, in der Geschichte des Einzelnen, von Völkern
und der ganzen Menschheit. Die Dynamik von Gewalt und Krieg
nährt sich aus dem Boden von Rache und Busse. Wenn nicht nur
die Opfer, sondern auch die Täter und Täterinnen den
ihnen zustehenden Platz erhalten, gesehen und mit ihrem je eigenen
Schicksal geachtet werden, kann Versöhnung werden und dieser
Kreislauf der Gewalt und Gegengewalt unterbrochen werden. Und dabei
geht es nicht darum, Verbrechen zu rechtfertigen und die Täter
und Täterinnen von ihrer Verantwortung zu entbinden. Die
Täter und Täterinnen zu achten heisst auch, ihnen die
Verantwortung und die Schuld für ihr Tun zu lassen. Im Bereich
der Täter- und Opferarbeit ist noch viel Bewusstsbildung zu
tun, um der Versöhnung und nicht der Rache zu dienen und auf
diese Weise die Dynamik der Gewalt zu nähren.
Frieden heisst:
das, was sich entgegenstand, findet zusammen;
das, was sich ausschloss, erkennt sich gegenseitig an;
das, was sich bekämpfte, verletzte, bekriegte und sich sogar
vielleicht vernichten wollte, betrauert gemeinsam die Opfer beider
Seiten und das Leid,
das sie einander zugefügt haben.
Abrüstung im eigenen Herzen
Dieser Friede beginnt in der eigenen Seele. Frieden ist nicht das
Einfache, nicht das Bequeme. Wer Frieden will und dem Frieden dient,
stellt sich auch dem Schweren, dem Schmerzlichen, der Schuld. Frieden
bringen können wir nur, wenn wir die Würde aller
Beteiligten achten und das Besondere an ihnen; das, was sie sind und
leisten und was sie zum Ganzen beigetragen haben.
Das fortwährende Kämpfen auf den
Schlachtfeldern der Menschheit wird genährt durch die
ungelösten Konflikte in den Seelen der Menschen. Das
Abrüsten beginnt im eigenen Herzen. Und es beginnt in der
Veränderung der eigene Haltung und Sichtweise. Diese
Zusammenhänge zu erkennen und selbst friedvoll und
gütig, klar und mutig zu werden, dafür setzen wir uns
mit anderen ein.
Wenn wir friedlich sind, wenn wir
glücklich sind, können wir aufblühen wie
eine Blume, und jeder Mensch in unserer Familie, in unserer
Gesellschaft wird von unserem Frieden gefördert.
Thich Nhat Hanh
Ein Netzwerk
Wir wollen in unserer Arbeit Bewusstseinsprozesse anregen, Erfahrungen
ermöglichen, Wandlung initiieren und dazu beitragen, Felder
der Versöhnung, des Friedens und der Lebensfreude zu schaffen.
Wir stehen in Verbindung mit verschiedenen Menschen und Institutionen,
arbeiten in einem Netzwerk interdisziplinär und über
die Landesgrenzen hinweg. Mit der Offenheit für neue
Erkenntnisse und für alles, was sich uns an Wirkung zeigen
will, gehen wir nach vorn und weit.
Thomas und Uta Feldmann